After-Work Logistics & Mobility, Ausgabe #7: Wie resilient ist Deutschlands Logistik im Ernstfall?

„Wir müssen uns in Deutschland sturmfester machen.“ Dieses Zitat von Flottillenadmiral Andreas Mügge prägte den Abend des AfterWork Logistics & Mobility #7 im TRANS4LOG LAB und brachte den Kern der Diskussion auf den Punkt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand nicht Dramatisierung, sondern ein realistischer Blick auf die Frage, wie resilient Deutschlands Logistik tatsächlich ist, wenn mehrere Krisen gleichzeitig wirken – geopolitisch, digital und operativ.

Die Diskussion zeigte, dass einfache Antworten nicht ausreichen, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen, gleichzeitig aber jede und jeder Teilnehmende wertvolle Impulse für die eigene Arbeit mitnehmen konnte. Besonders deutlich wurde, wie wichtig es ist, zivile und militärische Perspektiven zusammenzudenken und Logistik, IT-Sicherheit sowie staatliche Akteure koordiniert und handlungsfähig zu vernetzen. Resilienz entsteht dort, wo Zusammenarbeit reibungslos funktioniert und Zuständigkeiten klar sind. Ein zentrales Ergebnis des Abends war zudem die Erkenntnis, dass Organisationen in Krisensituationen selten an technischer Ausstattung scheitern, sondern an fehlender Vorbereitung, Überforderung und unklarer Führung. Der Faktor Mensch, realistische Szenarien und verlässliche Entscheidungsstrukturen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Moderiert wurde der Abend von Stefan Schröder, der die Diskussion bewusst offen, ruhig und ohne Alarmismus führte und Raum für Einordnung, kritische Nachfragen und unterschiedliche Sichtweisen ließ. Was von diesem Abend bleibt, ist die klare Erkenntnis, dass Resilienz kein Projekt und kein Buzzword ist, sondern eine Frage der Haltung, der Zusammenarbeit, der Transparenz und der Vorbereitung – und eine Aufgabe, die niemand allein lösen kann. Wir danken allen Teilnehmenden für die Offenheit, Ernsthaftigkeit und persönliche Haltung und nehmen viele Impulse sowie den festen Willen mit, die Diskussion und das Format AfterWork Logistics & Mobility konsequent weiterzuführen. Zugleich bleibt die zentrale Frage bestehen, ob wir in Deutschland noch zu stark auf Effizienz optimiert sind und zu wenig auf Durchhaltefähigkeit.